Agentur-Dienstleistung-Bodennährstoffanalyse  

Erden und Substrate

Blumenerde und Substrate

Die Bezeichnung Substrat kommt aus dem lateinischen und bedeutet Unterlage (Bodenbildung). Im Gartenbau handelt es sich um Nährboden wie z.B. die berühmte Blumenerde. Hinter dem simplen Produkt verbergen sich oftmals eine Vielzahl von Verarbeitungs- und Herstellungsschritten. Hierbei werden unterschiedliche Materialien aufbereitet. Durch eine wissenschaftliche Produktentwicklung wird eine bestimmte Rezeptmischung (z.B. 60% Grüngutkompst, 30% Weißtorf und 10% Tonmieralien) eines Substrates erzielt.

 

ein Klick zu den verschiedenen ErdenWelche Erden es im Handel gibt und dessen Informationen darüber wie z.B. die Zusammensetzung dieser einzelnen Erden aussehen kann, dazu klicken Sie bitte das Charakteristikbild an. 




Funktionen eines Substrates

Substrate geben den Wurzeln Halt und Raum zum Ausbreiten, sowie  die Möglichkeit ein Wasserreservoir zu bilden. Es hilft der Pflanze nicht nur das Wasser zu speichern, sondern auch die Wurzeln mit Sauerstoff zu versorgen. Daneben muss die Erde auch für die jeweilige Pflanze die richtige Menge an Nährstoffen zur Verfügung stellen. Eine Grunddüngung bei Substraten liegt für ca. 4 Wochen vor. Danach muss mit Hilfe von entsprechenden Düngern nachgedüngt werden. Die Grundnährstoffe sind Stickstoff, Phosphat und Kalium. Dazu kommen auf den jeweiligen Pflanzentyp abgestimmte Spurenelemente



Typen

KS I   - Kultursubstrate mit geringem und mittlerem Nährstoffbedarf z. B. Aussaat

KS II  - Kultursubstrate mit höherem Nährstoffbedarf z.B. die meisten Blumenerden

KS III - Kultursubstrate für Moorbeetpflanzen z.B. niedrig gedüngt mit saurem pH-Wert

KS IV - Kultursubstrate für Sonderkulturen z.B. Kakteen und Epiphyten



Qualitäten von Blumenerden

Meist werden die Erden nach Ihrem Aussehen gekauft. Der Verbraucher liebt tiefdunkles und fein krümeliges Material, wie es bei Torf-Erden der Fall ist. Dabei besteht gerade hier die Gefahr, dass durch die feine Struktur des Substrates und das fehlende Luftporenvolumen die Wurzeln geschädigt werden. Außerdem werden die Pflanzen meist zu Tode gegossen. Eine Erde sollte Wasserhaltekraft, Porenvolumen und das Nährstoffdepot optimal miteinander verbinden.

Um dem Endverbraucher eine gleich bleibende Qualität zu gewährleisten, wird bei vielen Erden das sog. LUFA Qualitätssiegel vergeben. Hier werden die Erden regelmäßig von den Landwirtschaftlichen Untersuchungs- und Forschungsanstalten der einzelnen Regionen auf Ihre Inhaltsstoffe wie pH-Wert, Salz, N-P-K Gehalt, u. v. m. überprüft und analysiert.



Ökologische Aspekte, Inhaltsstoffe und Zusammensetzung

Die Mehrheit der Blumenerden werden auf Basis von Torferden angeboten. Ein Torf entsteht im Laufe von einigen 1000 Jahren. Der für den Gartenbau benötigte Torf besteht meist aus dem sogenannten Sphagnummoos. Leider sind unsere Torfvorräte nicht unendlich. Um mit unserem einzigartigem Naturraum Moor verantwortlich umzugehen, sollte der Verbraucher bei seinem Kauf darauf achten, dass er stark torfreduzierte Erde oder sogar torffreie Erde erwirbt. Die Rezeptur dieser Erden besteht aus vollkommen  nachwachsenden Rohstoffen, wie z. B. Rindenhumus, Grüngutkompost, Ton (Nährstoffspeicherkapazität), Sand (Drainage) und Spezialzuschlagstoffen. (Blähtongranulat oder Perlitekörner).

Rindenhumus - sorgt für dauerhafte Struktur

Gewonnen durch gezielte Kompostierung natürlicher Nadelholzrinde. Bei dem viele Monate dauernden Verrottungsprozess wird die Rinde in hochwertigen Dauerhumus mit hohem Gehalt an organischer Substanz umgewandelt. Er ist biologisch sehr aktiv und im Reich der Mikroorganismen stark belebend. Das Luftporenvolumen ist hoch und die Nährstoffpufferung stark, der pH-Wert ist daher stabilisierend. 

Grüngutkompost - reich an Nährstoffen

Ausschließlich aus Grüngutmaterial getrennter Sammlung stammend. Gras, Laub, Strauchschnitt und Holzhäcksel werden so in den Stoffkreislauf zurückgeführt. Frei von Schädlingen und Unkrautsamen, durch Fermentierung bei hoher Eigentemperatur, von 60-70° C. Die Temperatur nimmt mit dem Reifegrad des Grüngutkompostes ab. Hat die Kompostmiete eine Temperatur von 30° C erreicht, und weist  keinen unangenehmen Geruch mehr auf, ist dieser "fertig". Die Reifedauer kann 4-6 Monate betragen. Er ist biologisch sehr aktiv und im Reich der Mikroorganismen stark belebend. Hohe Pufferung im Nährstoff- und pH-Bereich und sorgt somit für gutes Pflanzenwachstum. 

Torfersatz Holzfaser - speichert Feuchtigkeit und lockert den Boden auf

Durch thermisch-mechanisches Ausfasern von unbehandelten Resthölzern wird ein Fasermaterial gewonnen, das ähnliche Eigenschaften wie Torf besitzt. Die Lockerung des Substrates wird gefördert, was wichtig für das Wurzelwerk der Pflanze ist. Ist bei sehr weichem Gießwasser (KH <7°dh-deutscher Härtegrad) pH stabilisierend. 

Torfersatz Holzhäcksel - lockert das Substrat

Holzhäcksel ein Abfallprodukt aus der Holzindustrie. Mittlerweile haben sich Holzhäcksel auch mit zunehmender  Verwendung für Heizanlagen etabliert. Niedrigeres Wasserhaltevermögen als Holzfaser. Das Material besitzt eine bessere Strukturstabilität, und somit eine bessere Luftkapazität, was für die Wurzelbildung wichtig ist. Sehr niedriger Salzgehalt sowie geringe Nährstoff- und pH-Pufferung.

Weißtorf / Schwarztorf - speichert Feuchtigkeit

Sorgt für die Durchlüftung und trägt einen wesentlichen Teil zur Wasserspeicherkapazität des Bodens bei. Niedriger pH-Wert, Salz- und Nährstoffgehalt, deshalb für jede Erde optimal zu verwenden, um den richtigen Nährstoffbedarf und die gewünschten Werte einzustellen.  Bei Austrocknung der Erde schlechte Wiederbenetzbarkeit des Substrates. Nur mit warmen Wasser und einem Tauchbad möglich. Zersetzungsgrad: Weißtorf: von H 1 "wenig zersetzt" bis H 7 nach DIN 11 540. Schwarztorf: H7-H10. „stark zersetzt“ (Deklarationswert auf Verpackung).

Ton - ein sehr wichtiger Bestandteil zur Nährstoffspeicherung

Verbesserung des Wasserhaltevermögens. Substratton verbessert die Speicherung der Nährstoffe und gibt diese bedarfsgerecht an die Pflanze ab. Neutraler pH-Wert. Verdichtet den lockeren Boden und beeinflusst dadurch das Luft- und Wasserhaltevermögen. Sorgt für ein erhöhtes Volumengewicht.

Quarzsand – sorgt für lockeren, luftdurchlässigen Boden

Verbessert den Boden bei starkem Lehmgehalt. Besitzt einen neutralen pH-Wert und einen sehr geringen Salzgehalt. Wichtiger Bestandteil bei Kakteen- und Zitruserden.

gebrochene Lava – speichert Bodenwärme

Hat eine sehr gute Belüftungs- und Drainagewirkung, was für eine gute Wurzelbildung wichtig ist. Allerdings ist Lava sehr schwer und wird gern zum Abdecken von Kübelpflanzen verwendet. Erhöht die Standfestigkeit von Pflanzgefäßen. So gut wie keine Wasserspeicherkapazität.

Bims – Vulkan "Kunststein" – zur Auflockerung des Bodens

Speichert etwas Wasser und sorgt für eine dauerhafte Strukturstabiliät. Ist sehr frostempfindlich, hat aber eine sehr gute Drainage- und Belüftungswirkung und ist somit wurzelfreundlich.

Ziegelsplitt – für erhöhte Wasserspeicherkapazität

Durch die leichte Wasser- und Luftspeicherkapazität wird das Substrat strukturstabil. Ökologisch gesehen ist  der Ziegelsplitt ein wichtiger Reststoff. Allerdings muss die Erde aufgekalkt werden, da ein leicht alkalischer pH-Wert erreicht wird. Eignet sich für sehr extreme Bedingungen im Garten- und Landschaftsbau.

Blähton – für hohe Drainagezwecke

Hat einen absolut neutralen pH-Wert und sorgt für eine hohe Luftkapazität mit geringem Wasserspeichervermögen. Sehr leichter Zusatzstoff bei sehr hoher Strukturstabilität, bietet sich somit hervorragend zur Beimischungen von Blumenerde an.
  

Perlite – erhöht das Luftporenvolumen im Boden

Besitzt einen neutralen pH-Wert einen niedrigen Salzgehalt, wie eine mittelmäßige Wasserspeicherkapazität bei sehr geringem Eigengewicht. Fördert die Luftkapazität und sorgt dadurch für beste Wurzelverhältnisse. Sehr gute Drainagewirkung.


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