Agentur-Dienstleistung-Bodennährstoffanalyse  

Rasen

Der Rasenteppich

Ein Rasenteppich besteht immer aus mehreren Sorten von Gräsern. Sie gehören alle zu der Familie der Süßgräser (Poaceae). Diese Gräser haben die Eigenschaft, sich durch einzelne Zellteilungen im Boden ständig zu vermehren (Meristem). Studien haben belegt, dass eine Rasenfläche von ca. 230-250 m² pro Tag die Menge an Sauerstoff liefert, die für einen 4 Personenhaushalt ausreicht.

ein Klick zu den Rasensorten, Rasentypen und Gräserarten 


RSM - Regel-Saatgut-Mischungen

Beim Kauf Ihrer Rasensamen werden Sie auf vielen Verpackungen die Abkürzung RSM finden. Die FLL e.V. (Forschungsgesellschaft Landschaftsentwicklung Landschaftsbau e.V.) stellt ein Regelwerk für Saatgutmischungen auf, bei dem die Qualität, Zusammensetzung, Art, Sorteneignung und Anwendungszweck auf DIN 18918 und 18035 festgelegt und gesichert wird. So erhalten Sie für jeden speziellen Rasen die richtige Mischung nach den entsprechenden Normen. Die Verpackungsdeklaration ist z.B. für Zierrasen: RSM 1.1; für Gebrauchsrasen RSM 2.0- 2.4; für Sportrasen; 3.1-3.2; und für Landschaftsrasen 7.1-7.4.


Die Entstehung des Rasenteppichs

Gräser brauchen einen lockeren, durchlüfteten Boden. Deshalb ist es sinnvoll, von Ihrem Gartenboden eine Analyse in ein Labor zu senden. Achten Sie auf den pH-Wert. Beträgt dieser unter 5,5, muss aufgekalkt werden, über 7 muss Torf mit eingearbeitet werden. Ist Ihr Boden zu lehmhaltig, dann arbeiten Sie Sand in den Boden mit ein. Es darf sich auf der Oberfläche keine Staunässe bilden. Sollte der Boden zu sandig sein, arbeiten Sie Kompost oder Rasenerde mit ein.

Entfernen Sie von der Oberfläche alle Steine, Unkräuter, Bauschutt und Wurzelgeflechte. Verteilen Sie die Erde gleichmäßig im Garten und lockern den Boden mit einem Spaten, Grabgabel oder Motorfräse auf. Ebnen Sie den Boden und lassen Sie das Erdreich 2-3 Wochen setzen. So können Sie Unebenheiten noch ausgleichen.

Anschließend wird die oberste Schicht feinkrümelig abgerecht. Steine und grobe Brocken können so leichter aussortiert werden. Vor der Aussaat bietet sich die Möglichkeit, spezielle Rasenstarterdünger auszubringen. Die Gräser können die Nährstoffe entsprechend nach ihrem Verlangen aufnehmen. Die empfohlenen Aussaatmonate sind Mai, Juni und September. Hier herrscht die beste Keimtemperatur von 16 - 21°C, mindestens aber 8°C. Mischen Sie das Saatgut kräftig durch und geben Sie Sand zum gleichmäßigen aussäen ein. Zur Aussaat empfiehlt es sich, an windstillen Tagen einen Streuwagen zu benutzen. Fahren Sie in zwei Gängen über Ihre Fläche den zweiten Gang quer zur ersten Särichtung. Anschließend harken Sie den Samen leicht ein, jedoch nicht tiefer als 1 cm. Walzen Sie den Samen danach fest.

Jetzt ist es wichtig, den Boden nicht austrocknen zu lassen. Bewässern Sie Ihre zukünftige Rasenfläche, denn Gräser benötigen viel Wasser: 5-10l/qm pro Wassergabe. Der Boden muss ca. 6 Wochen lang feucht gehalten werden. Lieber alle paar Tage durchdringend und bis in den Wurzelraum, als täglich und nur kurz bestäubt. Lassen Sie den Boden niemals austrocknen!

Wenn der Rasen etwa handhoch gewachsen ist, erfolgt ein wichtiger Schnitt auf ca. 5 cm Länge, ein sogenannten Schröpfschnitt. Da Unkräuter schneller zum Blühen kommen als die Gräser, werden die unerwünschten Pflanzen zurückgedrängt. Außerdem vertragen nur robuste Grasarten den ersten Schnitt. Je öfter Sie den Rasen schneiden, umso dichter wird dieser werden. Empfohlen wird einmal wöchentlich, am Vormittag oder am späten Nachmittag. Achten Sie bei Ihrem Rasenmäher auf ein scharfes Messer, so werden die jungen Gräser nicht herausgerissen. Bei Temperaturen um die 30° darf der Rasen nicht zu kurz geschnitten werden, da dieser sonst Verbrennungen erleidet. Bei solchen Temperaturen lassen Sie Ihn lieber Wachsen. 

Rollrasen

Die schnellste Methode um zu einer Grünfläche zu gelangen ist der Rollrasen. Ein Fertigrasen kann zu jeder Jahreszeit verlegt werden – außer bei Frost und Bodenfrost. Je nach Witterung dauert es nach dem Verlegen ca. 3 Wochen, bis sich die Gräserwurzeln mit dem Mutterboden vereinen und einwachsen. Ein wesentlicher Nachteil sind die hohen Anschaffungskosten. Tipp: Lassen Sie sich von verschiedenen Produzenten Angebote ausarbeiten und vergleichen Sie diese genau. Meist sind die Transportkosten noch nicht in den Angeboten berücksichtigt. Denken Sie daran, dass sie die Rollen nicht lange lagern können. Ein Rollrasen sollte schnell verlegt werden, die Bodenfläche bei Lieferung schon vorbereitet sein.

Ablauf: Boden wie zur Aussaat vorbereiten – Rollrasen ausrollen – leicht anwalzen – Ränder abstechen

Bis zum Einwachsen durchdringend alle 2 Tage wässern – nach 1 Woche mähen

Rasenschnittgut

Lassen Sie das Schnittgut im Rasen nicht liegen, denn somit wird die Verbreitung von Moos und Rasenfilz gefördert. Eher wird empfohlen, das Schnittgut zum Mulchen unter Bäumen und Sträuchern auszubringen. Auf dem Kompost bitte nur zwischen Äste und trockenem Schnittgut werfen.




Rasen düngen

Ein normal belasteter Rasen benötigt pro qm in einem Jahr ca. 10-20 g Stickstoff, ca. 5-10 g Phosphat, ca. 10-20 g Kalium, ca. 2 g Magnesium sowie andere wichtige Spurenelemente wie Eisen und Calcium. Mehrere Düngergaben sind für den Rasen am Besten. Ein Rasen benötigt 3 Düngegaben je nach Witterung im März, Juni, September. Pro qm benötigt man je nach Dünger 30-100 g. Das gleichmäßige Ausbringen des Düngers ist dabei sehr wichtig. Der Dünger ist erst 2-3 Tagen nach dem Rasenschnitt  auszubringen. Danach den Rasen gut einwässern. Nehmen Sie zum Düngen nur speziellen Rasendünger. Es gibt im Handel Rasendünger die mooshemmend sind, Unkraut verdrängen und Langzeitrasendünger. Hat Ihr Rasendünger Eisen als Inhaltsstoff, ist es wichtig nach dem Ausbringen Ihre Steinplatten, Wege, Mauern usw. von Düngerresten abzukehren, da diese Rostflecken verursachen können. Auch Tiere sollten Sie erst nach dem eindringlichen Wässern und nach ein paar Tagen Wartezeit auf die Rasenfläche lassen. Sollten dennoch Flecken entstehen, können Sie diese mit Zitronensäure oder dem chemischen Mittel ILKA SZ entfernen. Im September sollte Ihr Rasen eine letzte Düngung mit einem speziellen Herbstrasendünger erhalten. Diese sind in der Zusammensetzung kalireich. Somit werden die Zellen der Gräser gestärkt, gefestigt und widerstandsfähig für die kalten, frostigen Herbst- und Wintermonate.


Rasenerneuerung und Kalk

Im Mai, August oder September bietet es sich idealerweise an, den Rasen zu erneuern. Mähen Sie dazu Ihren Rasen sehr kurz. Vertikutieren Sie Ihn gründlich, am besten mehrmals. Die erste Vertikutierung können Sie auch schon im Frühjahr vornehmen. Kalken Sie bei sommerlichen Temperaturen nur morgens oder abends und wässern den Rasen anschließend intensiv. Stechen Sie das Unkraut aus. Den Boden nun leicht aufharken und je nach Bodentyp Sand und einen Starterdünger mit einarbeiten. Anschließend können Sie die Grassamen mit einem Streuwagen ausbringen (20-30 g/m² Saatgut). Es empfiehlt sich, ein Substrat ohne Dünger zum Abdecken der Grassamen zu verwenden (max. 1 cm Dicke). So erhalten die Samen gleich Kontakt zum Boden.  Danach ist eine ausreichende Bewässerung für den Keimerfolg wichtig. Nach ca. 3 Wochen dürften Sie wieder einen schönen Rasen haben.  Im Fachhandel gibt es spezielle Mischungen zur Rasenerneuerung. Der Inhalt dieser Packungen besteht meistens aus dem entsprechenden schnellkeimenden Saatgut und einem Starterdünger.


Unkraut, Moos, Filz und Pilzkrankheiten

ein Klick zu den Störfaktoren

 

zurück zur Rubrik Garteninfonach oben